Fruchtbarkeits-
störungen bei Milchkühen

Welche Faktoren beeinflussen die Fruchtbarkeit der Tiere und welche Störungen kommen am häufigsten vor?

Landwirte haben das klare Ziel gesunde und leistungsfähige Tiere zu halten und zu züchten. Oft kann es jedoch dazu kommen, dass besonders bei der Haltung von weiblichen Tiere Probleme auftreten. Zu diesen Problemen zählen auch Fruchtbarkeitsstörungen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit Faktoren, die sich auf die Fruchtbarkeit von Kühen auswirken und den häufigsten Fruchtbarkeitsstörungen.

Ursachen und fruchtbarkeitsbeeinflussende Faktoren

Die Brunst eines Tieres wird oftmals als sichtbares Zeichen einer Reihenfolge sich gegenseitig beeinflussender Organe und Regelkreise verstanden. Ein stabiles Gleichgewicht aller Faktoren führt zu einem intakten Fruchtbarkeitsgeschehen. Funktionieren diese Regelkreise nicht einwandfrei kann es zu einer Fruchtbarkeitsstörung kommen. Auf das Fruchtbarkeitsgeschehen bei der Kuh wirken folgende Faktoren:

  • Sinnesreize (Licht, Temperatur etc.)
  • Bewegungsmöglichkeiten
  • Sozialkontakte in der Herde
  • Fütterung (Energiegehalt, Mineralstoffe, Vitamine)
  • Milchleistung
  • Krankheiten (Stoffwechselstörungen, Klauenerkrankungen etc.)
  • genetische Faktoren [1]
  • Zeitpunkt der ersten Besamung

Fruchtbarkeitsstörungen sind zu 10% genetisch bedingt und zu 90% von Umweltfaktoren abhängig. Ursachen dafür können sein:

  • unsachgemäße künstliche Besamung (Vorprüfung, Hygiene, optimaler Besamungszeitpunkt, Samenbehandlung, Technik)
  • falsche Haltung und Fütterung (v.a. Mykotoxine durch verpilztes und verschimmeltes Futter)
  • unzureichende Haltungsbedingungen bzw. unzureichendes Management
  • schlechte Klimabedingungen
  • Auftreten von Infektionen [2]
  • zu spätes Trockenstellen

Aber auch andere Faktoren, die das Management, die Besamung, die Umwelt, die Gesundheit und Anatomie des Muttertiers und den Embryo betreffen, können Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit der Tiere haben. So können das Alter, die Genetik oder Missbildungen des Muttertiers negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben. Wie bereits erwähnt, kann sich auch geringes Management auf die Fruchtbarkeit auswirken. Dabei spielen die Brunstkontrolle, der Besamungszeitpunkt, die Zuchtauswahl und die Geburtshygiene eine große Rolle. [1] Außerdem üben ungünstige Wechselwirkungen der für den Brunstzyklus verantwortlichen Organe und deren Stoffwechselprodukte Einfluss auf die Brunst aus. Auch anatomische Veränderungen am Geschlechtsapparat können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. [3]

Besonders Stress, beispielsweise hervorgerufen durch eine Schwergeburt, Krankheiten oder Änderungen der sozialen Rangordnung einer Herde verursacht wird, hat enormen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Unterschiedliche Untersuchungen [z.B. 4] zeigten, dass sich die Fruchtbarkeit nach Schwergeburten verändert hat. Zum Beispiel setzte der Zyklus nach einer Schwergeburt mit achttägiger Verspätung ein und die Follikel waren zu Beginn der Besamungsperiode deutlich kleiner.

Häufige Fruchtbarkeitsstörungen bei Milchkühen

Es wird zwischen ansteckenden, durch Infektionen verursachten und nichtansteckenden Störungen unterschieden. Dank künstlicher Befruchtung sind seuchenhafte Störungen zurückgegangen, jedoch breiten sich nichtansteckende weiter aus. [2]

Am häufigsten kommen folgende Störungen vor:

  • Nachgeburtsverhalten
  • Gebärmutterentzündung
  • Scheidenentzündungen
  • Sistierende Ovarfunktion (Azyklie)
  • Ovarialzysten (Eierstockzysten) [1]
  • Stillbrunst
  • embryonaler Frühtod
  • Endometritis [3]

Eine negative Energiebilanz um den Geburtszeitraum und in den ersten zehn Wochen der Laktation äußert sich häufig in einer vermehrten Anzahl von Zysten. Erhöhte Acetonwerte (typische Stoffwechselprodukte während einer Ketose) deuten auf erhöhtes Zystenrisiko hin und die Zystenbildung ist Selbstschutz der Tiere vor einer Trächtigkeit und den damit verbundenen Belastungen. Auch Fütterung und Genetik tragen zur vermehrten Zystenbildung bei. Die Hauptursache für Zysten ist jedoch eine fehlerhafte Hormonantwort vom Eierstock zum Gehirn des Tieres. Besonders die Hormone Progesteron und das luteinisierende Hormon sind hier entscheidend. Sind diese Hormone im Ungleichgewicht, so wird ein normaler Eisprung verhindert und die Follikel entwickeln sich zu Zysten. [5]

Geburten werden dann zu Schwergeburten, wenn die Lage des Kalbes falsch und die Beckenbreite und die Körperkonditionen (z.B. Fettgehalt) der Kalbin nicht ausreichend sind. Dadurch können Verletzungen im Bereich des Geburtsweges, des Uterus, der Eileiter und Ovarien entstehen. Solche Geburten treten am häufigsten bei Kalbinnen, deren Geburtsweg nicht weit genug ist, auf. Eine solche geringe Weitung kann auf eine ungenügende Lockerung der Gewebe des Geburtsweges (häufig bei verfetteten und alten Kalbinnen), eine stressbedingte Wehenschwäche oder eine zu früh einsetzende Zughilfe verursacht werden. [6]

Im nächsten Artikel beschäftigen wir uns mit Auswirkungen von Fruchtbarkeitsstörungen und damit, wie smaXtec dabei helfen kann solche zu vermindern.

 

[1] https://www.oekolandbau.de/erzeuger/tierhaltung/spezielle-tierhaltung/rinder/milchviehhaltung/tiergesundheit/fruchtbarkeitsstoerungen/

[2]https://www.lagerhaus.at/fruchtbarkeitsstoerungen-beim-rind+2500+1297429

[3] https://die-fruchtbare-kuh.ch/fruchtbarkeit/fruchtbarkeitsstoerungen/

[4] https://www.topagrar.com/archiv/Stress-verschlechtert-die-Fruchtbarkeit-152564.html?action=download

[5]http://www.josera-rind.de/ratgeber/fruchtbarkeit/eierstockzysten-eine-haeufige-ursache-fuer-fruchtbarkeitsstoerungen/

[6] https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/tiere/recht/kundmachungen/2_Anlage_Programm_Fruchtbarkeit_Rind.pdf?63xzkw

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