Tierarzt sagt: „Für mich ist smaXtec die Champions League“
Digitales Gesundheitsmanagement ist in der tierärztlichen Praxis nicht mehr wegzudenken. Gerade dort, wo die Verantwortung für Diagnose und Therapie rechtlich klar beim Tierarzt liegt, stoßen digitale Systeme zunächst auf Skepsis. Vet. med. Ulf Stumpe kennt diese Perspektive aus eigener Erfahrung. Der Tierarzt betreut große Milchviehbetriebe und arbeitet heute intensiv mit smaXtec. Im Gespräch beschreibt er offen, warum er dem System erst eher kritisch gegenüberstand, was seine Meinung grundlegend verändert hat und weshalb smaXtec für ihn heute ein entscheidender Baustein in der Bestandsbetreuung ist.
Herr Stumpe, Sie sagen ganz offen, dass Sie smaXtec anfangs eher kritisch gegenüberstanden. Was hat Sie zunächst skeptisch gemacht?
„Ja, ich war sehr kritisch und skeptisch. Nicht wegen der Technik an sich, sondern eher wegen der Emotion dahinter: Ich hatte als Tierarzt zunächst das Gefühl, das System entwickelt sich in eine Richtung, die dem tierärztlichen Beruf Konkurrenz macht. Wir sind per Gesetz verantwortlich für Diagnose und Arzneimittelanwendung. Da fühlt man sich schnell ein Stück weit bevormundet. Ich finde es wichtig, das ehrlich zu sagen, weil viele Kollegen genau dieses Gefühl kennen. Aber jetzt bin ich absolut vom Gegenteil überzeugt.“
Wann und wieso haben Sie Ihre Meinung zu smaXtec geändert?
„Das ging erstaunlich schnell. Ich bin mit großer Skepsis zu einem Betrieb gegangen, der smaXtec eingeführt hatte. Schon nach sehr kurzer Zeit war klar: smaXtec ist anders. Nachdem ich mir die ersten Kühe angeschaut hatte, die durch Fieber- und Wiederkaualarme aufgefallen waren, wurde es spannend. Ich habe gesehen: Da steckt echte Information drin. Wir konnten innerhalb kürzester Zeit erkennen, dass bestimmte Probleme nicht nur auf Einzeltiere begrenzt sind, sondern systematisch mit Fütterung, Management oder Stress zusammenhängen. Ab da war für mich klar: Wenn man smaXtec richtig nutzt, ist das ein echter Paradigmenwechsel.“
Worin liegt dieser Paradigmenwechsel für Sie konkret?
„Früher war vieles stärker auf die Einzelkuh und auf Reaktion ausgerichtet. Mit smaXtec sehe ich viel früher, wenn sich im Bestand etwas aufbaut und kann präventiv handeln. Wenn nach einer Futterumstellung plötzlich die Fieberalarme hochgehen, dann weiß ich, hier läuft systemisch etwas schief. Dann kümmere ich mich nicht mehr nur um die einzelne Kuh, sondern um die Ursache. Genau das macht für mich den Unterschied: Die auffälligen Tiere werden schneller, konsequenter und mit einer besseren tierärztlichen Fragestellung bearbeitet. Ich bekomme nicht einfach nur einen Alarm, sondern einen Kontext. Und damit kann ich als Tierarzt sehr viel gezielter handeln – sowohl beim Einzeltier als auch auf Bestandsebene.“
Welche Rolle spielen dabei die Fieber- und Wiederkaualarme im Praxisalltag?
„Eine sehr große. Wenn ich auf den Betrieb komme, frage ich als Erstes: ‚Wie sehen die Alarme aus? Wie viele Fieberalarme gibt es? Wie viele Wiederkaualarme? Gibt es Hinweise auf Stress, Fütterungsprobleme oder Wasseraufnahme?‘ Das ist heute Teil meiner Standardkommunikation mit dem Betrieb.“
Hilft Ihnen smaXtec auch generell in der Kommunikation mit den Landwirten?
„Absolut. Der große Vorteil ist, dass ich nicht wegen jeder Kuh Alarm schlagen muss. Wenn man als Tierarzt ständig quietscht, hört irgendwann keiner mehr zu. Mit smaXtec habe ich aber ein unabhängiges System, das nüchtern seine Arbeit macht. Dadurch wird die Kommunikation viel klarer. Wenn ich dann sage, jetzt muss etwas passieren, dann hat das ein ganz anderes Gewicht. Der Landwirt sieht, dass es sich nicht einfach nur um tierärztliches Bauchgefühl handelt, und wir können gemeinsam auf die Daten schauen. Das schafft Akzeptanz, Geschwindigkeit und vor allem Konsequenz in der Umsetzung.“
Wie unterstützt smaXtec Sie konkret bei der Früherkennung und Behandlung von Krankheiten?
„Gerade da ist das System enorm wertvoll. Wenn eine Kuh in Wasseraufnahme, Wiederkäuen und Temperatur auffällig wird, dann kann ich sehr früh in die Diagnostik einsteigen. Wir schauen uns inzwischen wirklich die erste Flocke an: Ist das eher ein E.-coli-Geschehen? Ist es Streptococcus uberis? Müssen wir sofort Vollgas geben oder können wir differenzierter vorgehen? Das ist für mich Goldstandard, mehr geht im Moment fast nicht. Und auch nach einer Behandlung schauen wir natürlich weiter drauf: Frisst sie wieder? Käut sie wieder? Läuft die Maßnahme an oder müssen wir nachjustieren? Das ist längst Standard geworden.“
Sie sprechen oft auch von Wasseraufnahme. Warum ist dieser Parameter so wertvoll?
„Weil er unglaublich viel über die Kuh und über den Betrieb verrät. Andere Systeme liefern oft eher oberflächliche Signale, aber ohne Wasseraufnahme fehlt aus meiner Sicht ein ganz wesentlicher Baustein. Ein Beispiel: Wir haben auf einem Betrieb die Tränken von 80 bis 90 Zentimetern Höhe auf 70 Zentimeter Höhe umgestellt. Die Kühe haben danach rund 30 Liter mehr pro Tag aufgenommen. Solche Zusammenhänge sieht man nicht aus dem Bauch heraus – die sieht man nur schwarz auf weiß. Und genau das macht das System so stark.“
Welche Veränderungen sehen Sie in der Reproduktionsbetreuung?
„Da sehen wir auf guten Betrieben wirklich enorme Effekte. Ich rede nicht von kleinen Verbesserungen, sondern von Betrieben, die ohnehin schon sehr gut sind und mit smaXtec noch einmal einen deutlichen Sprung gemacht haben. Die Brunsterkennung und das Timing der Besamung sind heute viel präziser steuerbar. Wenn man in Hochleistungsherden von einer TU-Plus-Quote von 50 bis 60 % auf 85 % kommt, dann ist das eine Hausnummer.“
Wie wirkt sich smaXtec auf die Planung Ihres Arbeitsalltags aus?
„Es spart Zeit und strukturiert den Besuch völlig neu. Bei größeren Betrieben habe ich heute oft eine halbe Stunde weniger Untersuchungszeit. Diese halbe Stunde nutze ich dann anderswo. Ich schaue noch einmal ins Futter, gehe ans Silo oder bespreche systemische Punkte mit dem Betrieb. Wir arbeiten insgesamt einfach gezielter und das hebt die ganze Bestandsbetreuung auf ein anderes Niveau. Ich sage das ganz bewusst so: Wir waren vorher schon in der ersten Bundesliga und mit smaXtec sind wir jetzt in der Champions League.“
Ihr persönliches Fazit: Warum sollten sich Tierärzte mit smaXtec beschäftigen, auch wenn sie noch nicht vom System überzeugt sind?
„Weil ich selbst dieser skeptische Tierarzt war. Ich fand das am Anfang komisch und habe vieles kritisch gesehen. Heute sage ich ganz offen: Das war in wesentlichen Punkten eine Fehleinschätzung. Wenn man sich wirklich darauf einlässt, ist smaXtec keine Bedrohung, sondern eine Evolution in der eigenen Arbeit. Und am Ende ist genau das der Punkt: Das System ersetzt keine tierärztliche Expertise. Es macht sie wirksamer.“